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Ayurveda
...ein Kind alter traditioneller Medizin oder ein Kind der großen Mutter Ayuveda
Und wie das Schicksal es so will, begann vor etwa 15 Jahren die erste Welle von östlichen bzw asiatischen Neuheiten in Form der Akupunktur und Moxibustion, die zu uns herüberschwappten und vor etwa 5 Jahren begann der Zyklus mit der Ayurveda noch einmal.
Beide Systeme weisen mit ihrer Betonung der Lebenskraft, der Elemente und der natürlichen Qualitäten und Fähigkeiten eine Verbundenheit auf, sowohl in der Sprache als auch im Ansatz, der Vorgehensweise und den angewandten Methoden.
Sowohl die chinesische als auch die ayurvedische Medizin basieren auf den ältesten, philosophischen Wurzeln ihrer Kultur. Die traditionelle chinesische Medizin basiert auf der Lehre des I Ging (eines der ältesten Bücher der chin. Medizin), während die ayurvedische Medizin auf altinischen Lehren beruht. Das Alter der Ayurveda ist unbekannt, man schätzt es heutzutage auf mindestens 5000 Jahre, die ältesten bekannten Aufzeichnungen (Agnivesha Tantra) sind etwa 3000 Jahre alt. Als Begründer des Ayurveda wird in einigen Schriften die mythische Figur Dhanvatari angesehen.
Interessanterweise sind aber auch Gemeinsamkeitsebenen zu finden in Bereichen, wo man es z.B. auf den ersten Blick nicht vermutet. So sticht die Akupunktur zunächst in der chinesischen Medizin als ein einzigartiges Verfahren hervor, das auch am bekanntesten ist.
Und doch sind Spuren eines solchen Verfahrens vorhanden in der Ayurveda. Aus ayurvedischen Büchern stammen Klassifizierungen spezieller Punkte, die als MARMAS oder neuralgische Punkte bezeichnet werden. Man fand heraus, daß Verletzungen dieser Punkte zu lebensgefährlichen Zuständen führen können.
Die ayurvedischen Heilkundigen und Chirurgen stellten auch fest, dass bestimmte Massagen derartiger Punkte stark vitalisierenden Charakter zeigten. Dies erinnert auch sehr stark an Akupunktur und Akupressurerfahrung.
So wird außerdem im Ayurveda der Körper als System verschiedener Bahnen oder Kanäle beschrieben (Srotamsi oder NADIS), das dem chinesischem System der Meridiane sehr ähnlich ist.
Ein weiterer umstrittener Punkt wird bleiben, ob die Wurzeln chinesischer Medizin eventuell im Ayurveda zu finden sind. Betrachtet man das hohe Alter beider Systeme, so ist letzlich eine endgültige Klärung dieser Frage nicht möglich.
Auf jeden Fall ist ganz sicher, daß ein Bündnis der traditionellen chinesischen Medizin und dem Ayurveda entstehen wird, sowohl im Bereich der Heilkräuter als im Bereich der Akupunktur.
Zur ayurvedischen Heilkunde gehört auch eine spezielle Ernährungslehre. Es gibt für jeden Konstitutionstyp andere Ernährungsempfehlungen. Allgemeine Empfehlungen, die für alle gelten, sind:
- nur bei Hunger essen
- keine Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen
- die Hauptmahlzeit mittags einnehmen
- nie in unruhiger Gemütsverfassung essen
- mindestens drei Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten einlegen
- sich nicht völlig satt essen
- frische Lebensmittel essen
- viel Wasser (auch erwärmtes) und Kräutertee trinken
- alle fünf Geschmacksrichtungen sollten in jeder Mahlzeit enthalten sein
Nahrungsmittel werden grundsätzlich in 3 Klassen (Gunas) unterteilt:
- Sattva-Guna: Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Getreide, Früchte und Gemüse sind süß und saftig sowie ölig. Sie verlängern angeblich die Lebensdauer und steigern die Zufriedenheit.
- Rajo-Guna: Zu bittere, sauere, salzige, scharfe, heiße oder trockene Nahrungsmittel erhitzen der Lehre zufolge Körper und Psyche durch Überstimulation und verursachen Aggressionen. U. a. zählen hierzu Chili, Zwiebel und Knoblauch.
- Tamo-Guna: Fleisch, Fisch und Geflügel entziehen dem Körper bei der Verdauung angeblich viel Energie und könnten Schmerzen sowie ein schlechtes Karma und Krankheiten verursachen.
Eine ausgewogene Ernährung im Sinne von Ayurveda wird als sattvisch bezeichnet. Empfohlen werden generell gekochte Milch, Reis, Ghee, Sesam, Obst und Süßspeisen. Möglichst vermieden werden sollen Fleisch, Fisch, Eier, Käse, Honig (wegen schlechter Verdaulichkeit), Konserven, Tiefkühlkost sowie fette Speisen. Die ayurvedische Ernährung ist also weitgehend vegetarisch. Alkohol, Kaffee, Getränke mit Kakao oder Kohlensäure werden abgelehnt.
Darüber hinaus gibt es spezielle Empfehlungen für die einzelnen Dosha-Typen:
- Vata-Typen neigen zu Verdauungsstörungen und sollen daher gekochte und leicht verdauliche Kost bevorzugen. Die Mahlzeiten sollten warm sein und etwas Fett enthalten. Die empfohlenen Geschmacksrichtungen sind salzig, sauer und süß.
- Pitta-Typen haben laut Ayurveda ein starkes „Verdauungsfeuer“; sie können kalte und warme Speisen zu sich nehmen, von mittelschwerer Konsistenz. Ihre Geschmacksrichtungen sind bitter, süß und herb.
- Kapha-Typen sollten nur mäßig gegarte warme Speisen essen, viel frisches Obst und Gemüse. Die Geschmacksrichtungen sind scharf, bitter und herb.
- Für Kinder wird die Ernährung der Kapha-Typen empfohlen.
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