Diabetes
Erkrankt jemand z.B. an Diabetes, besteht die Behandlungsmethode darin,
den fehlenden Stoff, das Insulin, von aussen zuzuführen, zu
substituieren, und damit das Funktionieren des Körpers wieder zu
gewährleisten. Aber daneben verändert diese Krankheit das Leben des
Betroffen ganz enorm.
Allein die veränderten Essgewohnheiten bzw Diäten werfen den Betroffenen aus seinem normalen sozialen Leben heraus.
Das ständige Kontrollieren und Abwiegen, die Abhängugkeit von den Medikamenten oder den Spritzen, die tgl Blutzuckerkontrollen?
Wie sehr hat sich doch das Leben verändert?....Weit weg von spontanem
Geniessen und vom Sich- freuen, hinein in Kontrolle, Verzicht und
Abhängigkeit. Streng, eng und gebremst...
Hintergründe ausloten
Gefragt wird im herkömmlichen Medizinsystem nicht, was die Krankheit im
Leben dieses Menschen bewirkt, was sie für ihn bedeutet...und ob
vielleicht hinter dieser Krankheit ein sinnmachendes, heilmachendes
System steht?
Ein System, das wohl ganz genau informiert ist über jeweiligen versteckten Ängste, Nöte und Konflikte?
Und das damit exakt die Möglichkeit hat, diese Konflikte ganz
individuell durch die jeweilige Krankheit und die spezifischen Symptome
ans Tageslicht zu heben, sie damit ins Bewusstsein zu bringen, sichtbar
zu machen und damit endlich einer Heilung zuzuführen?
So kann aus der Symbolhaftigkeit eines Symptoms der eigentliche
Grundkonflikt des Lebens entschlüsselt, verstanden und damit der
Heilung zugeführt werden.
Und hinter allem steht das eigenen Bewusstsein (auch oft Unbewusstes
oder Unterbewusstsein genannt), das verantwortlich ist für diese
geniale Verschlüsselung. Allein mit dem Ziel, letztendlich doch durch
Bewusstwerdung verdrängter Konflikte den Betroffenen gesünder,
lebendiger und glücklicher zu machen.
Um jetzt nochmal auf unser Beispiel zurückzukommen: Natürlich genügt es
nicht, um einen Diabetiker zu heilen von seiner Erkrankung, ihm das
fehlende Insulin zu ersetzen.
Integration
Ganzheitlicher Ansatz bedeutet zu fragen, wofür steht symbolisch das Insulin?
Was fehlt dem Menschen eigentlich zum gesunden Leben?
Was bedeuten die Einschränkungen, die durch die Krankheit des Patienten entstehen?
Was will die Krankheit als Ganzes den Patienten lehren?
An welchen Stellen hat er an seinen eigentlichen Bedürfnissen und
Konflikten vorbei geschaut, so dass die Krankheit diese Themen wieder
symbolhaft darstellen muss?
Ein kleiner Versuch der Antwort:
Insulin ist der Stoff, der die Körperzellen dafür öffnet, den
angebotenen Zucker (Glukose) aus dem Blut in die Zellen hineinfliessen
zu lassen. Fehlt der Stoff, verbleibt der Zucker im Blut, reichert sich
an und übersäuert letztlich das Gewebe, statt in den Körper richtig
aufgenommen zu werden und damit dem Menschen die Energie für seine
Lebensfunktionen bereit zu stellen.
Es fragt sich also, was fehlt dem Menschen, dass er die „Lebenssüße“ (=
Zucker) nicht in sich aufnehmen, geniessen und nutzen kann?
Was fehlt einem Menschen, wenn er die ihm angebotene Liebe, Komplimente, Geschenke, Verehrungen etc. nicht annehmen kann?
Ihm fehlt Vertrauen und Glauben, es zuzulassen, dass er diese Dinge annehmen kann von anderen Menschen.
Er ist durchzogen von Angst und Misstrauen.
Er kann nicht mehr richtig geniessen, er kann nicht mehr richtig leben.
Statt Vertrauen übernimmt beim Diabetiker die Kontrolle
(Blutzuckerkontrolle, Essenskontrolle, Gewichtskontrolle ...) das
Regiment.
Das Gewebe übersäuert bedeutet, dass der Mensch selber auch „sauer“
wird, weil er eben nicht mehr uneingeschränkt geniessen kann. („Wer
nicht geniesst, wird ungeniessbar.“)
Die Symptome widerspiegeln also symbolhaft auf der körperlichen Ebene,
was sich wohl bewusstseinsmässig im Inneren des Menschen abspielt, aber
eben nicht bewusst wahrgenommen wird.
Die Lösung:
Wann oder wo hat der Patient sein Lebensvertrauen verloren? Was ist passiert?
Wann gab es einen Riss im Lebensnetz, das zuvor so vertrauensvoll gehalten hat?
Wieso wählte der Patient lieber den Weg der Kontrolle und der
Einschränkung, als sich wieder vertrauensvoll dem Leben zuzuwenden?
Wo hat eine Versöhnung oder ein Verdauungsprozess NICHT stattgefunden,
so dass Misstrauen und Verschlossenheit zurückgeblieben sind?
Diese Fragen gehen nun wohl direkter an die dahinter liegenden Konflikte der Diabeteskrankheit heran.
Hierbei können die verdrängten Grundkonflikte der betroffenen Person sichtbar gemacht,
therapeutisch behandelt und bestenfalls auch gelöst werden.
Dies wiederum kann dann, bei gelungener Therapie und Integration des
Problembereichs, zum Verschwinden der Krankheit und der Symptome führen.
Zusammenfassung - Symbole verstehen:
So
bedeutet „ganzheitlich heilen“, den Menschen in seiner Ganzheit
wahrnehmen und im Krankheitsfall zu erkennen, dass ein Symptom ein
Zeichen von Ungleichgewicht oder Konflikthaftigkeit im GANZEN Menschen
darstellt und nicht nur ein Organ isoliert befallen ist. Somit kann
also der Mensch nicht geheilt werden, wenn nur versucht wird, das
Symptom isoliert zu beseitigen. Damit hat keine Heilung im wirklichen
Sinn stattgefunden.
Symptome oder ganze Krankheitsbilder haben also Symbolcharakter; was im
Inneren des menschlichen Bewusstseins stattfindet, wird symbolisch
durch Krankheit im Äusseren dargestellt.
Also: „Wie innen, so auch aussen, wie oben, so auch unten. Alles ist eins.“
Und um dieses eher theoretische Erklärungsmodell ein bißchen
aufzulockern, zum Ende noch eine kleine mythologische Geschichte, die
diese alte Weisheit auf ihre Art und Weise darzustellen versucht hat:
Xanomi oder die tiefere Einsicht
Vor vielen Tausenden von Jahren, sagt eine alte indianische Geschichte,
als die Menschen noch in kleinen Dörfern und Stämmen zusammenlebten und
sich dem Rhythmus der Natur hingaben, lebte ein kleines Mädchen namens
Xanomi, was soviel heißt wie „die tiefere Einsicht“. Dieses Mädchen
streifte den ganzen Tag durch das Dorf und den angrenzenden Wald und
kam abends mit einer riesigen Menge von Fragen nach Hause, die vor dem
Schlafengehen dann von der Großmutter beantwortet werden mussten.
Eines Abends schien Xanomi sehr verwirrt und ganz still zu sein, so
dass Großmutter sie öfters fragen musste, ob sie denn heute keine
Fragen hätte?
Nach langem Zögern wandte Xanomi Großmutter den Blick zu und sagte:
„Großmutter, viele Tage und Monde suche ich nun schon, in unserem Dorf,
im Wald, am Fluss, und versuche, dem Geheimnis der Natur auf die Spur
zu kommen. Ich frage mich, woher die Vögel wissen, wann sie ihr Nest
bauen, ich frage mich, woher der Sommer weiß, wann er beginnen soll,
ich frage mich, woher mein Haar weiß, das es wachsen soll, woher die
Sonne weiß, das es Tag werden soll. Woher kommt dieses Wissen, woher
kommt diese Weisheit, woher diese Vollkommenheit?
Mit dieser Frage kam ich heute bei der Stammesältesten vorbei, Thana,
die, die nie spricht. Du weißt, wie unheimlich sie mir immer war, weil
sie Tag und Nacht an der gleichen Stelle sitzt, vor sich hin starrt,
und sich doch täglich zu verändern scheint! An ihr nun kam ich vorbei,
mit meinen vielen Fragen im Herzen, da sprach sie, die nie sprach: „In
dir liegt des Rätsels Lösung: Was in dir ist, ist außen, was außen ist,
ist ein Spiegel deiner selbst. Nichts ist ohne Dich, und alles ist nur,
weil Du bist. Dein Wunsch nach Leben belebt die Welt, stirbt dieser
Wunsch, stirbt deine Welt. Aber dieser Wunsch stirbt nie, weil er ewig
lebt! Du und die Welt, ihr seid eins, Du und ich, wir sind eins, Du
bist ich ...!“
Nach diesen Worten verfiel Thana wieder in ihren alten Zustand, so als
hätte sie nie ein Wort gesprochen. Ich war wie vom Donner gerührt,
erschüttert, verändert. Großmutter, alles ist in mir, ich bin alles,
wir sind ein Wesen, im Großen wie im Kleinen! Ist das nicht wunderbar?“
Großmutter lächelte weise, nickte mit dem Kopf und sagte leise: „So
einfach ist die Wahrheit und dennoch werden nur wenige Menschen sie
verstehen, viele werden es viele viele Monde vergessen, und dann, wenn
es fast zu spät ist, werden erst ganz wenige sich wieder an dieses
Wunder erinnern.“ Großmutter und Xanomi schlossen beide die Augen und
schliefen zufrieden mit einem Lächeln ein ...
... Ganzheitlich heilen ..., ganzheitlich verstehen ...!
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