Lithopunktur - die Akupunktur der Erde
Dieser Artikel von Dr. med. Ingrid Müller-Mackert ist erschienen im Magazin "ganzheitlich Heilen" Heft Nr. 1/2000 4. Jahrgang im Jahr 2000 beim Molinari-Verlag
Die AKUPUNKTUR des menschlichen Körpers ist mittlerweile in unseren Breitengraden schon fast zu einem altgewohnten und bewährten Heilmittel geworden, auch wenn sie selbst aus einem anderen, nämlich dem chinesischen Kulturkreis stammt.
Die Wirkungsweise der Akupunktur basiert auf der Anerkennung und dem Verständnis eines numinosen, ganzheitlichem Weltbildes und der Einsicht, daß die Wirklichkeit nicht statisch ist, sondern sich in immer wiederkehrenden Rhythmen dynamisch ineinander ergießt und verändert. Unser Körper stellt also nicht nur ein materielles Etwas dar, sondern zeigt uns, daß neben den grobstofflichen Erscheinungen (den Organen, etc.), die wir im allgemeinen so wahrnehmen können, auch feinstoffliche Kräfte und Energien wirken, die in einem unsichtbaren Zusammenhang Verbindungen und Energieflüsse herstellen, durch die uns die morphogenetischen bzw. analogen Zusammenhänge der Wirklichkeit einsichtiger und erklärlicher werden.
Das Stechen der Akupunkturnadeln nun reguliert diesen feinstofflichen Energiefluß, der durch seinen analogen Wirkungszusammenhang nicht nur auf der grobstofflichen, sondern gleichzeitig auch auf allen anderen Ebenen der Wirklichkeit beeinflußt wird. Das Ziel dieser Methode besteht darin, Stauungen oder Ungleichgewichte innerhalb des Körpers bzw. Krankheiten zu erspüren und wieder auszugleichen, so daß ein gesundes Fließen wieder erreicht wird.
Die Lithopunktur (Lithos – Stein) stellt eine Art der Erdakupunktur mittels großer Steinnadeln oder Steinkeile dar.
Diese Methode wurde etwa 1979 von dem slowenischen Geomanten und bildenden Künstler Marko Pogacnik entwickelt. Ihm verdanken wir einen großen Teil der Wiedererkennung geomantischer Gesetzmäßigkeiten und die Wiederentwicklung der Beziehungen zu den vielen Naturwesen und Elementargeistern der Erde. Unter anderem durch seine Initiativen kam es zur Ingangsetzung vielerHeilungsprozesse, die alle Teil einer umfassenden Beschäftigung mit der Erdheilung waren.
Besondere Aufmerksamkeit legte er auf die Schulung der Fähigkeit zur Wahrnehmung der vielen unsichtbaren Wesenheiten und feinstofflichen Resonanzen, die unsere normalen Wachbewußtseinszuständen nicht zugänglich waren.
Wie sollten wir Erdheilung betreiben können, wenn wir immer noch mit unserem Bewußtsein die Erde als Objekt von außen zu erfassen versuchen?
Mit der Erde eins werden, sie zu lieben und sie zu erkennen als unseren Ursprung, in dem wir geborgen sind, mit ihr zu atmen, aus ihr heraus glücklich sein und dieses Urgeborgenheitsgefühl zu erleben, nach dem sich alle Menschen doch sehnen.
Noch vor 3000 Jahren war es für Menschen unserer Breitengrade ganz selbstverständlich, die unsichtbaren Phänomene der Wirklichkeit wahrzunehmen und mit in die Lebensrealität einzubeziehen.
Pogacnik erlebt vor allem die zunehmende Patriarchalisierung unserer Kultur als eine der Hauptquellen des Übels. Die dadurch stattgefundene Unterdrückung der weiblichen Kräfte, nämlich der liebenden, ganzheitlichen aber eben auch der sinnlich – gefühlsmäßigen Wahrnehmung der Wirklichkeit, überließ das Feld geistig den männlichen Prinzipien der Abgrenzung, des Ausschließens und der Trennung.
Damit einher vollzog sich dann natürlich auch die Leugnung der feinstofflichen Gegebenheiten, denn dadurch war der Mensch nicht angehalten, sich diesen Gegebenheiten und Gesetzmäßigkeiten unterzuordnen, sondern konnte durch die Ignoranz scheinbar selber zum Herrn und Beherrscher der Natur werden.
Aber dennoch sind auch heutzutage Kulturen zu finden, an denen zumindestens teilweise dieser Kulturzerfall vorbeiging. Die Ureinwohner Australiens, die Aborigines, haben sich in ihrem kulturellen Leben diese Einheit zwischen Mensch und Natur, und damit diese dankbare und ehrfurchtsvolle Einstellung zum Leben und der Erde bewahrt. So stark ist ihre Identifikation mit der sie umgebenden Umwelt, daß jeder Vorgang draußen (Dürre, Überschwemmung, Verwüstung, Vergiftung) gleichzeitig zu einer Wahrnehmung auf der entsprechenden analogen Stelle des Körpers der Person führt. Dies kann z.B. ein Schmerz oder eine Haut- oder Organveränderung sein. Andererseits erleben diese Menschen dementsprechend noch das ständige Geborgenheitsgefühl und die ständige Urversorgung durch die Mutter Erde, die sie trägt, die sie versorgt, die sie atmet...
Hier zeigt sich das alte hermetische Prinzip: “Wie oben, so unten, wie innen, so außen” in einer ganz klaren Erscheinungsform.Diesem Prinzip entsprechend übertrug Pogacnik die Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Körpers auf den Körper der gesamten Erde. Und so wie der menschliche Körper wieder als numinoses Etwas wiederentdeckt wurde, so erwachte in manchen Menschen plötzlich wieder die Erkenntnis über die Wesenhaftigkeit der Mutter Erde, über das Wiedererstehen der Muttergöttin Gaia in all ihren Dimensionen.
Und so wie im Körper die Meridianlinien beschrieben werden als die “Energiebahnen” des Körpers, so fanden die Geomanten Kraftlinien oder sogenannte Lay-Lines, die spirituellen Kraftlinien der Erde.
Aber auch damit mußte der Umgang erst gelernt werden. Pogacnik beschreibt in einem seiner Bücher, daß er zunächst glaubte, die durch die Kultur teilweise zerstörten Linien (er nannte sie verdunkelt) durch Einschlagen von 1 Meter großen Betoneisen an geeigneten Punkten wieder beleben zu können. Sein Vorbild war das Akupunktursystem am
Mikrokosmos Mensch. Denn auch hier werden ja die Nadeln entlang eines Mikrokraftstromes gesetzt, um die Heilprozesse im Körper anzuregen. Um dem Größenunterschied zwischen Körper und Erde Rechnung zu tragen, schmiedete er in künstlerischer Weise Eisenstangen, um sie vollständig in den Boden zu schlagen. Da dies oft nicht ohne die Erlaubnisse der Besitzer möglich war, fanden diese Aktionen oft heimlich, illegal und in der Stille statt.
Die nachfolgenden Reaktionen, die Pogacnik dann als Reaktion der Wesenheiten erlebte, zeigten ihm, daß der optimale harmonische Heilungsansatz noch nicht gefunden war.
Mehrere Jahre später verband er die Erdheilung, bzw. die Erdakupunktur mit seiner Kunst und schaffte dadurch sichtbare Maßnahmen, die der Öffentlichkeit die Möglichkeit boten, an diesen Bewußtseinsänderungen teilzunehmen. Diese Form der Lithopunktur ermöglichte es, auch die Rolle der Bewußtseinsveränderung mit in die Erdheilungsarbeit einzubeziehen.
Die früher aus Eisen geschmiedeten Nadeln wurden durch kunstvolle steinerne Stelen ersetzt, die offenkundig in der Landschaft stehen und nicht zu übersehen sind. Als Steinnadeln wirken sie anregend und ausgleichend auf die Kraftströmung, mit der sie in Resonanz stehen. Sie machen etwas sichtbar, und dadurch dem Bewußtsein zugänglich, was im Unsichtbaren passiert. Dadurch sei die eigentliche Erdheilung, nämlich durch die Anregung der Bewußtseinsveränderung in den Menschen, erst möglich.
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