Schamanismus
Unter Schamanismus versteht man üblicherweise ein religiös-magisches Phänomen, das erstmals von Reisenden in Asien und Sibirien Ende des 17. Jahrhunderts beschrieben worden ist.
Zentrale Figur des Schamanismus ist der Schamane/die Schamanin, die eine Mittlerrolle zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt einnehmen und ihre besonderen Fähigkeiten zum Wohl ihrer Gemeinschaft einsetzen. Als wesentliche Elemente der schamanischen Praxis gelten die Zwiesprache und der Austausch mit Geistwesen, die durch Trance bzw. Seelenreise und veränderte Bewußtseinszustände erreicht wird.
Der Begriff "Schamanismus" kommt vom tungusischen Wort šaman, dessen weitere Herkunft umstritten ist. Das Wort könnte eine Ableitung von der tungusischen Wurzel ša- (denken, wissen) sein.
Besonderes Merkmal des Schamanismus ist der Einsatz verschiedenster Mittel wie Trommeln, Tanz, Fasten, Atmen, Drogen zum Erreichen von Trancezuständen. Diese stellen einen Übergang in einen anderen Seinszustand dar, eine Anderswelt und Kommunikation mit den Geistern. Dem Schamanen wird berufen, er hat aufgrund durchstandener Lebenskrisen besondere Fähigkeiten der Heilung sowie verschiedenste spezifische magische Kräfte erlangt. So ausgestattet versieht der Schamane eine große Zahl von Rollen – vom Heiler und Exorzisten über Zeremonienmeister und Begleiter der Seelen in das Totenreich. Die Kraft des Schamanen kann sich meist nur innerhalb seiner Kultur- und Stammesgemeinschaft entfalten, dort wo ein gleiches Weltbild vorhanden ist.
Oft wird der Schamane von einem Krafttier, seinem Totemtier begleitet.
|